Warum die Katze-Bein-Streckung die ideale Morgenroutine für mehr Energie ist
Wie FIT FOR FUN berichtet, hat der Sportmediziner Dr.
Stefan Dietrich·aktualisiert 14. September 2026

Ronald Steiner – in Yogakreisen als "YogaDoc" bekannt – bei einer bestimmten Übung immer wieder gesagt: "Wenn du nur für eine einzige Übung Zeit hast, dann würde ich dir diese empfehlen!" Die Rede ist von "Die Katze streckt das Bein". Klingt nach simpler Katze-Kuh-Variante, ist aber mehr: Die Übung kombiniert Kraft, Mobilisation und Koordination – und braucht kein einziges Hilfsmittel. Gerade als kurze Morgenroutine kann sie helfen, nach einer längeren Ruhephase wieder kontrolliert in Bewegung zu kommen. Ein realistisches Format für alle, die nicht erst zwanzig Minuten Asana-Programm absolvieren wollen, bevor der Kaffee fertig ist.
Was an der Bewegung wirklich zählt
Hier liegt der erste weit verbreitete Fehler: Tempo. Wer die Übung schnell macht, macht sie fast immer falsch. Sobald das Bein nach hinten schwingt, kippt das Becken, das Hohlkreuz meldet sich, und die Bauchmuskulatur hat Pause. Genau das ist nicht der Sinn der Sache. Laut FIT FOR FUN betont die erfahrene Yogalehrerin und Ausbilderin Anna Trökes, dass Tempo zweitrangig ist – entscheidend ist eine saubere, kontrollierte Ausführung, bei der der Rumpf stabil bleibt und jede Bewegung gleichmäßig mit dem Atem läuft. Trökes verbindet seit Jahrzehnten Hatha-Yoga mit Psychologie und Medizin. Das schlägt sich in einer nüchternen Ausrichtung nieder: Atem führt, Kernspannung hält, Bewegung folgt. Wer den Atem nicht führt, führt sich selbst an der Nase herum – auch auf der Matte.
Drei Minuten, kein Ritual
Der beste Test: direkt nach dem Aufstehen, noch im Schlafanzug, drei Minuten auf den Boden. Vierfüßlerstand, Handgelenke unter Schultern, Knie unter Hüften. Mit der Einatmung das rechte Bein kontrolliert nach hinten strecken – Becken waagerecht, nicht ins Hohlkreuz fallen. Mit der Ausatmung das Knie zur Stirn ziehen. Fünf Wiederholungen pro Seite, gleichmäßig, ohne Hektik. Danach Seite wechseln.
Woran du merkst, dass es funktioniert: Dein Atem bleibt ruhig, dein Bauch bleibt tonisiert, dein unterer Rücken schweigt. Beschwert er sich, machst du zu viel. Dann weniger, langsamer, kürzer. Genau das, was ein Morgen braucht: nicht mehr, nicht weniger. Der Punkt ist nicht, die Übung zu "meistern", sondern sie so zu machen, dass sie dich in den Tag bringt – ohne Schaden anzurichten.